Das Ausbildungsprogramm

Welche Scheine gibt es überhaupt?

Segelscheine
Seit dem 1.1.2003 ist das Führerscheinwesen etwas übersichtlicher geworden. Die bisherigen DSV-Scheine A, R, BR, BK und C werden jetzt nicht mehr ausgestellt. Für Wassersportler gibt es nur noch die folgenden Führerscheine:

Verbandsführerscheine:

Bezeichnung Verband
Jüngstensegelschein Deutscher Seglerverband (DSV)
Sportsegelschein Deutscher Seglerverband (DSV), nicht an kommerziellen Segelschulen sondern nur bei Vereinen zu erwerben
Segelgrundschein Verband Deutscher Sportbootschulen (VDS)

Amtliche Führerscheine des BMVBW:

Bezeichnung Abkürzung Internationale Bezeichnung Besonderes
Sportbootführerschein Binnen SBFB IZA: Internationales Zertifikat A Antriebsarten Segel, Motor, Surf; Vorgeschrieben ab 3,68kW Motorleistung
Sportbootführerschein See SBFS IZB: Internationales Zertifikat B Antriebsart Motor; Vorgeschrieben ab 3,68kW Motorleistung
Sportküstenschifferschein SKS IZC: Internationales Zertifikat C freiwilliger Schein, Antriebsarten Segel und Motor
Sportseeschifferschein SSS IZD: Internationales Zertifikat D freiwilliger Schein
Küstenfahrt
Sporthochseeschifferschein SHS IZE: Internationales Zertifikat E freiwilliger Schein
weltweite Fahrt

Welcher Kurs für wen?

Wer "mal eben" einen der amtlichen Segelscheine "machen" möchte, sollte wissen: ohne Vorkenntnisse geht dies nicht. Mindestens soviel praktische Segelkenntnisse, wie man sie in einem Anfängerkurs an einer guten Segelschule erwirbt, sind bei mir Voraussetzung für die Teilnahme an der Ausbildung für SBFB und SKS. Darüber hinaus schreibt der Gesetzgeber vor, dass SBFS, SKS, SSS und SHS nur nacheinander erworben werden können. Mit anderen Worten:

  • Segelneulinge belegen als erstes den Anfängerkurs mit oder ohne Abschluss Segelgrundschein VDS – oder kommen mit auf Schnuppertörns.
  • Segelgrundscheininhaber oder Segler mit vergleichbarer Erfahrung sind seglerisch fit für die weiterführenden Kurse.
  • Der Aufbaukurs ist vergleichbar mit dem praktischen Teil des SBF Binnen. Er ist vor allem für Jugendliche unter 14 Jahren – die noch nicht zur Prüfung zum SBF Binnen zugelassen werden – gedacht. Selbstverständlich dient er auch nach dem Erwerb des SBF Binnen zum Auffrischen Ihrer Segelkenntnisse.
  • Der SBF Binnen berechtigt zum Führen von Sportbooten mit Antriebsmaschine über 3,68kW auf Binnenschifffahrtsstraßen. Für Sportsegelboote ohne Maschine oder mit Maschine unter 3,69kW ist er auf Binnenschifffahrtsstraßen des Bundes nicht vorgeschrieben – wohl aber auf einigen Landesgewässern.
  • Der Sportküstenschifferschein befähigt zum Führen von Sportbooten in Küstengewässern aller Meere bis zu zwölf Seemeilen Abstand von der Festlandsküste. Er ist zumeist obligatorisch zum Chartern von Yachten.
  • Außerhalb der Haupt-Segelsaison finden auch Kurse für den Sportbootführerschein See (SBFS) statt. Er ist ein reiner Motorbootschein, allerdings auch Voraussetzung für den SKS.
Letzte Aktualisierung: Donnerstag, 19. Januar 2012